Süßweine – Edle Tropfen mit intensiver Süße und feiner Säure
Spätlese, Trockenbeerenauslese, Eiswein, Recioto, Vin Santo & Co.
Süßweine zählen zu den großen Delikatessen der Weinwelt. Sie entstehen durch besondere Herstellungsverfahren, bei denen der natürliche Zuckergehalt der Trauben erhalten bleibt. Ideal als Dessertbegleiter, zu würzigem Käse – oder einfach pur.
Erfahren Sie weiter unten mehr über Süßwein und seine Herstellung
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Wie entsteht Süßwein?
Süßwein entsteht immer dann, wenn im Wein noch ein natürlicher Restzuckergehalt erhalten bleibt oder gezielt im Weinprozess bewahrt bzw. konzentriert wird. Dafür gibt es unterschiedliche önologische Verfahren, die entweder die Gärung beeinflussen oder die Süße der Trauben auf natürliche Weise verstärken. Je nach Methode entstehen sehr unterschiedliche Stilrichtungen – von leicht fruchtig bis hin zu extrem konzentrierten Dessertweinen.
Technische Verfahren zur Süßweinherstellung
Aufspriten (Fortifikation)
Bei diesem Verfahren wird während der alkoholischen Gärung Weinbrand oder hochprozentiger Alkohol hinzugegeben. Dadurch wird die Hefe frühzeitig abgetötet, bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgewandelt werden kann.
Das Ergebnis ist ein Wein mit hohem Alkoholgehalt (ca. 15–20 % vol.) und deutlich spürbarer Restsüße. Beispiel: Portwein (Portugal)
Gärstopp durch Kühlung oder Schwefelung
Hier wird die Gärung bewusst unterbrochen, indem die Temperatur stark abgesenkt oder Schwefel eingesetzt wird. Dadurch wird die Aktivität der Hefe gestoppt. Anschließend wird der Wein filtriert, um die restliche Hefe zu entfernen.
Diese Methode erlaubt eine präzisere Kontrolle über den Restzucker und wird häufig bei leichteren, aromatischen Süßweinen eingesetzt. Beispiele: Kabinett, Moscato d´Asti
Zugabe süßender Bestandteile
In manchen Fällen wird der Süßegrad durch die Zugabe von unvergorenem Traubenmost oder konzentriertem Traubenzucker angepasst. Diese Methode wird vor allem bei einfacheren oder industriell hergestellten Weinen verwendet, um einen konstanten Geschmack zu gewährleisten.
Verschneiden (Blending)
Beim Verschneiden wird ein trockener Wein mit einem süßen Wein kombiniert, um ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Süße, Säure und Struktur zu erreichen. Diese Methode ermöglicht eine hohe stilistische Flexibilität und wird oft zur Feinabstimmung genutzt.
Natürliche Süßweinverfahren
Edelfäule (Botrytis cinerea)
Unter bestimmten klimatischen Bedingungen – feuchte Morgen und trockene, sonnige Tage – befällt der sogenannte Edelschimmel die Trauben. Dabei verdunstet Wasser durch die Traubenschale, wodurch Zucker, Säure und Aromen stark konzentriert werden.
Das Ergebnis sind komplexe, vielschichtige Süßweine mit intensiven Noten von Honig, getrockneten Früchten, Zitrus und oft einer feinen Würze. Beispiele: Sauternes (Frankreich), Tokaji Aszú (Ungarn), Beerenauslese, Trockenbeerenauslese (Deutschland & Österreich)
Spätlese („Late Harvest“)
Bei der Spätlese werden die Trauben bewusst länger am Rebstock belassen und dadurch überreif geerntet. Diese verlängerte Reifezeit führt zu höherem Zuckergehalt und intensiver Aromabildung.
Spätlesen wirken meist fruchtig, elegant und harmonisch süß, ohne überladen zu sein. Sie eignen sich sowohl als Solowein als auch als Begleiter zu Desserts oder milden Speisen.
Eiswein
Eiswein entsteht, wenn die Trauben am Rebstock gefrieren und im gefrorenen Zustand gelesen und gepresst werden. Dabei bleibt das Wasser als Eis zurück, während nur der hochkonzentrierte Most gewonnen wird.
Das Ergebnis ist ein extrem aromatischer, süßer Wein mit intensiver Frucht und markanter, lebendiger Säure – eine seltene und hochwertige Spezialität. Typische Herkunft: Deutschland, Kanada
Passito & Recioto
Bei diesen traditionellen Methoden werden die Trauben nach der Lese getrocknet, entweder auf Strohmatten oder in gut belüfteten Räumen. Durch den Wasserverlust konzentrieren sich Zucker und Aromen stark.
Die Weine sind dicht, intensiv und oft samtig in der Textur, mit Noten von getrockneten Früchten, Kirschen und Gewürzen. Beispiel: Recioto della Valpolicella DOCG (Italien)
Serviertipp & Foodpairing
Süßweine entfalten ihr volles Aromenspektrum ideal bei einer Serviertemperatur von 6–8 °C.
Sie eignen sich hervorragend als Begleitung zu kräftigen Käsesorten wie Roquefort oder Gorgonzola, zu fruchtigen Desserts, Nussgebäck oder feinen Pasteten. Ebenso können sie als eigenständiger Genussmoment nach dem Essen serviert werden und bieten einen eleganten Abschluss eines Menüs.
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